Tanja Ried

20.06.1985

Meine Story

Von Kindheit an...
 

Schon früh hatte ich das Gefühl, dass ich anders bin als andere. Ich stellte immer viele Fragen, auf die es aber nicht immer eine Antwort gab. Oft versuchte ich bildlich zu erklären, wie es mir ging… 

Als Kind baute ich am Stand eine Sandburg - meine Vorstellungen von meiner Zukunft. Doch die Flut - die Krankheit - führte das Wasser immer näher an meine Sandburg, bis es rundherum war. Und dann kam eine große Welle, stülpte sich über die Burg und riss Mauern und Türme mit sich. Es dauerte nicht lange und es war nichts mehr übrig von meiner Burg. Das Wasser stieg weiter an und breitete sich immer mehr aus. Nach kurzem befand ich mich mitten im Meer, ganz alleine und mittellos. Doch damit nicht genug, es zog auch noch ein Gewitter auf. Der Himmel wurde ganz dunkel, ab und zu wurde er von einem Blitz kurz erhellt, und die Wellen wurden groß und wild. Ich versuchte alles, um nicht zu ertrinken. Und dann kam ganz unerwartet eine Meeresschildkröte  - meine Psychotherapeutin - vorbei. Sie sagte mir in welche Richtung ich schwimmen soll und ermutigte mich weiter zu kämpfen. Manchmal schwamm sie ganz an die Wasseroberfläche und ich konnte mich auf ihr ausruhen, aber das ging immer nur für kurze Zeit - in der Psychiatrie. Ich schwamm und schwamm um mein Leben, doch es war immer noch so stürmisch und Land war auch keines in Sicht. 

Aber dann, irgendwann verzog sich das Gewitter, der Himmel klarte auf und das Meer beruhigte sich. Ich sah dann auch Vögel - Familie und Freunde - die mich begleiteten. Und dann sah ich es endlich: das Land! Ich schwamm ans Ufer und ging ganz erschöpft an Land. Endlich, ich hatte es geschafft! Ich war am Strand und blickte in den Sonnenaufgang. Er war so schön und warm. Doch ich wusste, die Flut kommt immer wieder, aber wenn man sich davor in Acht nimmt, ist sie nicht so gefährlich, und sie wird auch wieder von der Ebbe abgelöst. Und die Schildkröte und die Vögel begleiten mich weiterhin.

Ich wollte immer „normal“ sein, aber jetzt weiß ich dass ich anders bin. Ich habe sehr viel erlebt und dabei viele Erfahrungen gesammelt und ich habe das ganze überlebt. Das können wohl nicht viele von sich sagen. Aber dadurch kann ich jetzt andere auf ihrem Weg begleiten. Also so gesehen, ist es gar nicht so schlimm anders zu sein. 

Heute bin ich da, wo ich nie dachte, dass ich sein würde – und doch genau dort, wo ich hingehöre. Ich begleite. Ich schreibe. Ich lebe. Und ich glaube daran, dass jeder Mensch seine eigene Legende schreiben kann – wenn jemand an seiner Seite geht.

Mein Werdegang

seit 2025

PSZ Stockerau: "Bündnis gegen Depression" und "Verrückt, na und?"

 

seit 2024 

Diverse Vorträge am Campus Wien

 

seit 2021 

Genesungbegleiterin an der Sozialpsychiatrischen Tagesklinik im LKH Mistelbach.

 

2023

Veröffentlichung des Buches "Mama hat Borerline"

 

2021 

EX-IN Mitarbeiterin bei LOK (Betreutes Wohnen) in Wien

 

2019 - 2020

Ausbildung zur Genesungsbegleiterin (München)

 

2010 - 2013

Studium Hauptschullehramt (Mathematik und Bildnerische Erziehung) in Wien

 

2009 - 2010

Praktikum Sonderpädagogisches Zentrum Korneuburg

 

2004 -2009

Studium Medieninformatik an der TU Wien

 

2004

Maturiert am BG/BRG Stockerau

 

 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.